Sensorisch Konduktive Förderung auf der Grundlage der Sensorischen Integrationstherapie

„Unter sensorischer Integration versteht man jenen neurologischen Prozess, bei dem vom eigenen Körper und der Umwelt ausgehende Sinneseindrücke geordnet werden und der es dem Menschen ermöglicht, seinen Körper innerhalb der Umwelt sinnvoll einzusetzen.“ (J. Ayres, 1989).

Die Sensorisch Konduktive Förderung entstand aus der Fusion der Sensorischen Integrationstherapie (SI) und der Konduktiv Mehrfachtherapeutischen Förderung.

Ziel der SI ist es, Kinder zu unterstützen, die in der Aufnahme, Verarbeitung und Integration von Sinnesreizen beeinträchtigt sind. Durch diese Beeinträchtigung ist die Planung und Umsetzung von Verhalten betroffen, was sich negativ auf alle weiteren Lernprozesse auswirkt.

Durch gezielte Reizzufuhr im Rahmen sinnvoller Aktivitäten können konzeptuelles und motorisches Lernen zur Planung und Organisation von Handlungsschemata verbessert werden.

Im Laufe der Jahre veränderte sich unser Klientel in den Sensorisch Konduktiven Gruppen von überwiegend sehr basalen Kindern mit sensomotorischen Beeinträchtigungen und/oder im Autistischen Spektrum zu Kindern, die motorisch und kognitiv mobiler wurden.

Da der Großteil unserer Kinder und Jugendlichen mittlerweile im Autistischen Spektrum ist, wurden die Methoden der Sensorisch Konduktiven Förderung um autismusspezifische Förderkonzepte erweitert:

  • Die Sensorisch Konduktive Struktur wurde durch Aspekte der Strukturierungen und Visualisierungen des TEACCH-Ansatz (TEACCH – Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) erweitert und an die Bedürfnisse der Kinder im autistischen Spektrum angepasst.
  • Verhaltenstherapeutische Aspekte aus dem ABA (Applied Behavior Analysis) ermöglichen es unseren Kindern, kognitive, soziale und sprachliche Lerninhalte schneller und einfacher zu erlernen.
  • In der Unterstützten Kommunikation steht PECS (Picture Exchange Communication System) im Vordergrund, das speziell für Kinder im Autistischen Spektrum entwickelt wurde.
  • Die Programme werden in der Großgruppe, in der Kleingruppe und individuell erarbeitet.
  • Die SI ist auch heute noch ein wichtiger Aspekt in der Sensorisch Konduktiven Förderung. Sensorische Angebote ziehen sich durch den Alltag der Kinder.

 

Was ist Autismus?

Autismus ist eine neurologische Besonderheit, welche Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion, der sozialen Kommunikation und des sozialen Verständnisses verursacht. Zudem ist eine abweichende Wahrnehmungsverarbeitung, ungewohnte Denkweisen und Problemlösungen, intensive und spezifische Interessen, atypische und repetitive Verhaltensweisen (Stereotypien) und die Bildung von Routinen typisch für Menschen im autistischen Spektrum.

Dennoch – jeder Mensch, jedes Kind ist anders. Der Autismus determiniert das Kind nicht, sondern ist Teil seines Wesens, genauso wie verschiedene Charaktereigenschaften oder Eigenheiten.

Unser Ansatz in der Sensorisch Konduktiven Förderung liegt begründet in der sozialen Arbeit in der Gruppe sowie individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse und Lernmöglichkeiten jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen.

2018-02-27T08:08:33+00:0011. Februar 2018|Leitbild|